Marokko Happy New Year

Unser Jahreswechsel in Marokko verlief ganz nett. Nach unserem Aufbruch inTaghazout schauten wir uns zunächst einige Strände weiter südlich an. Dort ist es wesentlich ruhiger touristisch gesehen. Surfpoints, einsamste Strände und nette Marokkaner gibt es dort zu Hauf. Bevor das neue Jahr beginnt, nahmen wir uns einen kleinen Checkup beim Auto vor. An einem einsamen Strand stellten wir das Auto ab. Vladi verrichtete gleich am Motor einige Einstellarbeiten, füllte Öl nach und machte eine kleine Probefahrt über die steinige Pistenzufahrt. Ich erledigte Aufräumarbeiten und Saubermachen im Auto. Loni erkundetet den Platz alleine. Als Vladi von der Probefahrt zurückkam, tauchte ein Marokkaner mit zwei fetten „Kampfhunden“ auf. Einer von den beiden Hunden stürzte sich ohne zu zögern auf Loni und verbiss sich in ihrem Ohr. Hundegejaule, Staubwolke, Drama! Der Hundebesitzer und Vladimir warfen sich sofort in den Kampf und prügelten und traten auf den angreifenden Hund ein, bis dieser irgendwann losließ und nach links davon rannte. Loni rannte nach rechts. Vladi musste mit Überredungskünsten die ängstliche Loni ins Auto zurücktragen. Unseren eigentlichen Plan, an diesem einsamen Platz zu übernachten, verwarfen wir schnell. Eiligst packten wir unsere sieben Sachen zusammen und fuhren los. Wir trafen uns wieder mit den Schweizern und Österreichern. Ein Tag vor Silvester überredeten sie uns ins Landesinnere zu fahren zu den Blauen Steinen von Tafraout. Das sind riesige Granitmurmeln, die auf einer Höhe von 1000 Metern in einem Talkessel herum liegen. 1984 hat ein französischer Künstler 19 Tonnen blaue Farbe über die riesigen Felsen ausgegossen und seit 5 Jahren veranstalten andere französische Künstler zu Silvester eine Feier mit elektronischer Musik. Es kamen ca. 500 Feierfreudige aus vielen europäischen Ländern. Die Party ging sechs Tage. Wir waren nicht wirklich darauf vorbereitet, dass wir eine Woche lang ohne Einkaufsmöglichkeiten stehen. Inzwischen ist unsere Reisegruppe auf acht Personen angestiegen und je mehr Leute um so größer ist der Verbrauch an Essen, Wasser und Gas. Wir wussten allerdings, dass das nächste Dorf ca. 6 Kilometer entfernt ist. So machten wir uns an einem sonnigen Vormittag auf, um wenigstens Brot und Trinkwasser zu kaufen. Es war im wahrsten Sinne eine Wüstenwanderung. Die Sonne brannte vom Himmel. Wir kletterten über Felsen und „wateten“ durch ein trockenes Flussbett. Nachdem wir in Tafraout eingekauft haben, war die Versuchung groß zurück mit dem Taxi zu fahren. Doch zurück geht es immer schneller, weil man den Weg schon kennt und so haben wir es auch zu Fuß geschafft. Nach ein paar Tagen gab es in unserer Gruppe Lust auf Fisch. Zwei unserer Mitreisenden sind mit Fahrrad und Zelt unterwegs. Dieses Mal schnappten wir uns die Fahrräder und fuhren ins Dorf um Fisch zu kaufen. Nach fünf Tagen Party suchten wir uns einen Platz zum Runterkommen und Erholen. Dort gab es Lagerfeuer, Fischcurry und Klarinetten-Gitarren-Musik. Die Zeit in den Bergen war vom Klima her ganz anders als am Meer. Unglaublich trockene Luft, kalte Nächte und kein Meerwasser. In der Nacht hatten wir immer ein Lagerfeuer brennen.

So ging es wieder zurück an den Beach. Auf der Rückreise haben wir leckeres Quellwasser aufgetankt. Außerdem ist gerade Mandelblüte in den Bergen. Das ist ein unwirklicher Augenschmaus. Leider haben wir uns in der Frontscheibe einen Steinschlag geholt und werden diesen, wenn wir wieder in der Stadt sind, „flicken“ lassen müssen. Zum ersten Mal (wohl war die bergige Rückfahrt sehr kurvig) hat Loni ins Auto gebrochen. Man muss aber auch dazu sagen, dass sie in der letzten Woche vielleicht etwas zu viel an Leckereien (Essensresten) von unseren Freunden bekommen hat. Zurück in Mirleft am Strand. Nochmal eingekauft, alles aufgefüllt und zu einem besonderen Platz an einem Traumstrand. Die Anfahrt ging über den Beach und beim Reinfahren bzw. Rausfahren ist ein Allrad getriebenes Auto von Vorteil. Alle drei Busse haben die Auffahrt geschafft und so standen wir dort 10 Meter weg vom Wasser. Versorgt wurden wir fast täglich mit Fisch von den Fischern dort am Strand. Schon in Tafraout haben wir einen fehlenden Schlüssel für ein Vorhängeschloss hinten am Reserverad festgestellt. Unsere Vermutung war, dass wir den Schlüssel an dem Platz, wo Loni mit dem marokkanischen Hund gekämpft hat, verloren haben. Dieser Platz war nicht weit entfernt von unserem Traumstrand. Ich machte mich auf, um den Schlüssel zu suchen. Tatsächlich kam der Hunde-Besitzer dort auf mich zu und brachte mir den verlorenen Schlüssel. Ich habe es so verstanden, dass er ihn am nächsten Tag am Boden liegen sehen und eingesteckt hat! So ein Glück!


Auf der Party in Tafraout haben wir gehört, dass noch eine Musik-Party stattfinden soll. Weiter südlich, Richtung Plage blanche. Wir waren in Feierstimmung und planten zusammen einen Besuch auf dieser Feier. Bevor es losging, seilten wir uns von der Gruppe ab und übernachteten in den Bergen inmitten einer Kakteenplantage. Dann gings am nächsten Tag auf die Suche nach dem Partyplatz. Einen ganzen Tag fuhren wir hin und her auf der Suche nach dem Treffen, entdeckten viele schöne Strände, einer einsamer als der andere. Doch keine Party! Grund dafür war, dass tatsächlich erst einen Tag später die Lokation feststand und von allen Gemeinsam angefahren wurde. Dieses Mal schon nach 3 Tagen ist ihnen der Generator abgeschmiert und die Party war zu Ende. Ein Sturm und etwas Regen zusätzlich machten den Platz zu einem ungemütlichen, staubig-kalten Wetterspektakel, so dass wir auch wieder aufbrachen zurück in die Zivilisation.

Eine neue marrokanische Versicherung fürs Auto stand auf unserem Plan. Dass wir eine solche in Agadir bekommen, wussten wir. Wir vermuteten aber auch, dass wir in der nahe gelegenen Stadt Tiznit diese ausstellen lassen können. Nach drei Stunden Stadt mit einer Autoversicherung in der Tasche waren wir kaputt und suchten uns einen Schlafplatz am Strand. Diesmal ging es Offroad am Strand entlang, bis wir an eine Höhlensiedlung am Strand kamen. Gleich am nächsten Morgen hatten wir Höhleneinladung bei Fischern. Sie versorgten uns mit Tee, Brot, Muscheltagine und sie zeigten uns die 53 Höhlen von außen. Bemerkenswert dabei war, dass die beiden Jungs sehr wenig französisch sprachen und wir ja kein arabisch. Trotzdem konnten wir irgendwie miteinander kommunizieren. Dieser Platz ist deswegen ganz besonders, da es dort mehrere Blowholes gibt. Durch diese Löcher in den Strandfelsen spritzt das heranpreschende Wasser meterweise hoch in einer Wasserfontäne. Faszinierendes Naturschauspiel!

Nachdem wir uns wieder verabschiedet haben von den Fischern fuhren wir weiter Richtung Norden auf einsamen Sandpisten. Nachdem Vladi Luftdruck bei den Reifen abgelassen hat, schwebte unser Rachidi 1A über die Sandmassen Marokkos. Als wir wieder auf Asphaltstraßen waren half uns ein französischer Landrover aus mit seinem Kompressor und Rachidi hatte auf Null Komma Nix wieder Luft in seinen Reifen. Großes Bedürfnis war uns nun noch Auto sauber machen, Wäsche waschen und Duschen. Mitten in der Wüste suchten wir uns einen Platz, räumten das Auto aus, wuschen unsere Wäsche und Vladi krabbelte unters Auto.


Ein paar Gebrauchsspuren zeigte unsere Rachidi nach nun bereits 8000 km Fahrt. So steht nun an der Tagesordnung: Rachidi fit machen für die nächsten Kilometer und die Zeit in Mauretanien. Wir haben mehrere Angebote von Mitfahrern durch die Sahara. Gerade sind wir wieder zurück in Agadir und bereiten die Autoschönheits-/sicherheitsreparaturen vor. Wenn das erledigt ist, geht es zurück nach Rabat. Dort müssen wir unser Visa für Mauretanien beantragen. Der Weg dorthin und wieder zurück wird sicherlich mit ein paar Abstechern durchs Landesinnere oder auf den Pisten am Strand von statten gehen.
Vielen Dank Marokko für die tollen Erlebnisse und Eindrücke im neuen Kalenderjahr 2012!


4 Kommentare zu Marokko Happy New Year

  1. sarah sagt:

    Wünsche euch ein schönes neues Jahr..auch wenn etwas verspätet!:-)
    Wunderhübsche Fotos..♥☼☼♥..
    Viele gute Eindrücke für euch, auch im neuen Jahr.
    … ciao Sarah

  2. markus b aus r sagt:

    hey ho aus dem doch ein bisserl verschneiten regensburg.
    schön, immer wieder neues lesen zu können. weiterhin viel spass und „allzeit gute fahrt“
    wir waren 6 mann hoch auf teneriffa zum mopedfahren, war supergeil!
    liebe grüße vom markus

  3. Tom&Steffi sagt:

    Hey ihr 2 Beiden und Loni,
    wir sind gerade an der Andaman See in Thailand. Morgen starten wir eine Motorrad-Tour in den Khao Sok National Park und dann weiter in den Ao Phang Nga N.-Park. Ausgerüstet mit Hängemattenzelten wird im Regenwald geschlafen.
    Wir wünschen Euch allzeit gute Fahrt. LG T&S

  4. Erika und Friedemann sagt:

    Hallo Weltreisende (mit Loni).
    Wir beide wünschen Euch alle Fortune der Welt und immer ein lohnendes Ziel.
    Viele Grüße aus dem Eisschrank ( – 20 Grad) Rattenberg.
    Erika und Friedemann

    PS.: Haben schon einigen Verwandten und Bekannten Eure Web-Site empfohlen!

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