Marokko Beachlife

Marokko hat uns das Ankommen leicht gemacht. Sonnenschein bei täglich 25°C, Wellen zum Surfen und die alt bekannte Strandkneipe , die wir von früher her kennen. In Taghazout haben wir einen Platz direkt am Strand gefunden, an dem man sicher stehen kann und der dazu noch über Nacht bewacht ist. Dafür verlangen die Marokkaner aber 20 Dirham, das sind umgerechnet etwa 2 € pro Nacht. Dazu täglich frisches Baguette zum Frühstück für unschlagbare 2 DH (=20 ct). Das Brot ist hierzulande so günstig, weil der König im Grunde beim Brotpreis mitbezahlt (Grundnahrungsmittel sind subventioniert). Jeder soll sich Brot leisten können. Der 1  DH fürs Brot ist sozusagen nur eine Schutzgebühr. Nicht lange hat es gedauert, dass sich zu unserem Bus noch mehr Gefährten gesellt haben. So waren wir zeitweise eine richtige Wagenburg aus einem schweizer Madzda-Bus, einem österreicher T3 Camper, einem deutschen Syncro und natürlich unserem Rachidi. Auch Engländer, Franzosen und Dänen standen mit ihren Wohnmobilen um uns herum. Wir hatten hundert Meter zum Meer und nch dem Aufstehen die Füsse im Sand.
haben wir uns zu viert einen schönen Abend gemacht.


Das Auto haben wir nicht viel bewegt. Nur einmal pro Woche gings ins nächste Dorf Aourir auf einen großen Bauernmarkt und zum Wasserholen an die Tankstelle. Nach dem Einkaufen heißt es meist 2 Stunden Erbsen puhlen, Kräuter  und Minze zupfen, Obst waschen und alles im Bus so verstauen, dass man wieder hinten einsteigen kann. Wenn der Bus so mit Lebensmittel vollgeladen ist, könnte man meinen, dass wir mindestens ein Monat davon leben können. Aber tatsächlich ist nach etwa einer Woche fast alles wieder aufgefuttert. Die Verkäufer am Markt kennen uns jetzt auch schon und schenken uns oben drauf meist noch etwas Gemüse oder Obst dazu. Dieses Mal, weil es einfach interessant ist, habe ich mir die Kilopreise sagen lassen:

  • 1 kg Mandarinen kostet 1,5 DH (= 15 ct)
  • 1 kg Kartoffeln 4 DH (=40 ct)
  • 1 kg Karotten 4 DH (=40 ct)
  • 1 kg Bananen 7 DH (=70 ct)
  • 1 kg Zwiebeln 3 D (=30 ct)

Also im Grunde alles sehr günstig. Da können wir als Vegetarier wirklich billig und gut leben. Die Qualität von allen gekauften Sachen ist wirklich 1A.

Zurück wieder am Beach. Die Tage vergehen sehr entspannt und einfach. Meist schlafen wir bis die Sonne aufgeht. Das ist so gegen 7.30Uhr. Um 7.45 Uhr kommt der Brotmann. Dann dösen wir meist noch ein wenig. Nun geht es langsam ans Aufstehen, umbauen von Bett auf Sitzbank. Das mache meistens ich, während Vladi mit Loni eine Runde am Strand geht. Zum Frühstück gibt es dann Avocado-Tomatensandwich und Sandwich mit Amalou und Banane. Amalou ist quasi marokkanisches Nutella. Es besteht aus Mandeln und Arganöl und wird in den Dörfern von den Frauen mit der Hand zubereitet. Vladi liebt diesen Brotaufstrich. Danach geht der Mann surfen und die Frau geht joggen am Stand mit Hundebegleitung. Meist folgt mir ein ganzes Hunderudel. Loni ist natürlich auch mit dabei. Sie liebt inzwischen den Strand und läuft und spielt mit den anderen Hunden, wie wenn sie ihr ganzes Leben lang nichts anderes gemacht hätte. Beim Yoga machen sogar die Hunde mit und kuscheln sich an mich ran oder krabbeln unter mir durch. Bis alle wieder „zuhause“ sind, ist es eh schon früh nachmittags. Ein kleiner Snack zwischendurch und dann lesen oder faulenzen in der Sonne. Wenn es gerade mal passt gibt es auch eine Partie Backgammon oder Karten. Alle halbe Stunde kommt ein Strandverkäufer vorbei und möchte seine Waren an den Mann bringen: Eis, Erdbeeren, Bananen, Arganöl, Teppiche, Tücher, Hüte, Armreifen etc.

Die Tage hier sind auch (Winterzeit) recht kurz. So gegen 18 Uhr muss man seine Sachen in den Bus packen, sonst wird alles feucht und man kann es am nächsten Tag wieder zum Trocknen aufhängen. Waschtag habe ich auch schon zweimal am Beach veranstaltet. Einfach alle gewaschenen Sachen auf einer großen Plane im Sand aufgelegt. Innerhalb von 4 Stunden ist alles trocken. Am Abend gibt’s dann oft ein Lagerfeuer. Das gesammelte Holz ist nur leider so leichtes Material, dass der Holzberg immer ziemlich schnell aufgebraucht ist. So geht man dann doch ins Bett, weil die Nächte schon recht frisch sind und man sich im warmen kuschligen Busbett besser aufwärmen kann.

Nach drei Wochen hatte ich Lust auf Veränderung und so nahmen wir den Heilig Abend als Anlass unser Auto zu bewegen. Zusammen mit den Schweizern fuhren wir Richtung Süden. Und so verbrachten wir den Heilig Abend am Beach bei Mirleft. Vladi hat sich Fischcurry gewünscht und einen riesigen Fisch für satte 70 DH (= 7€), an einem Fischerhafen frisch aus dem Wasser geholt, gekauft. Mit Weihnachts-Plätzchen aus der schweizer Heimat und Kartenspielen haben wir uns zu viert einen schönen Abend gemacht.

Für Sylvester gibt es noch keine großen Pläne. Wir werden sehen, wo die Reise hinführt. Gerade stehen wir wieder direkt am Beach und können die Sonne, die Wellen und die aufgeschlossenen Menschen um uns herum ganz nah erleben und genießen. Die  Städte an sich sind uns ganz fern. Wir waren bisher einmal für ein paar Stunden in Agadir, um die Autowerkstatt zu besuchen, in der Rachidi vor zwei Jahren lackiert wurde. Außerdem haben wir im Supermarkt Sachen gekauft wie Nudeln, Reis, Couscous und Öl. Da das Hundefutter schön langsam wieder zur Neige geht, haben wir mal geschaut, was das hier in Marokko so kostet. Sage und schreibe 370 DH (=37€) der 20 kg Sack. Uffff! Luxusfutter!!! In Spanien haben wir uns  noch mit einem großen Sack für 15 € eingedeckt. Na ja, so erleben wir doch jeden Tag, auch wenn alles ganz langsam und ungeplant vor sich geht, neue und interessante Abenteuer. Und wenn du irgendetwas planst, dann tritt oftmals etwas völlig anderes ein.

Vielen Dank Marokko, dass du uns so viele schöne Stunden hier in deinem Land bescherst.

5 Kommentare zu Marokko Beachlife

  1. Gitte sagt:

    Vielen Dank. Super, dass ihr die Reise sooo genießen könnt.
    Hoffentlich kommt bald wieder ein Reisebericht.
    Alles Liebe, Gitte.

  2. Martin sagt:

    Wieder ein schöner Reisebericht,das macht Ihr echt gut.
    Ja genau noch einen guten Rutsch und ein glückliches und gesundes Jahr 2012.

    Wünsche sollen nicht zerrinnen,
    Bedürfnisse etwas bringen.
    Das Kommende soll euch hell erfreuen,
    Alles Gute für das Neue.

    Lg. Martin

  3. Irmgard Penzkofer sagt:

    Hallo Kathi und Vladi,
    es freut uns zu hören, dass die Reise so verläuft wie ihr es euch vorgestellt habt. Sicherlich steckt jeder Tag auch ohne Stadtbesichtigung voller Überraschungen. Die Lonie ist ein echter Luxusbegleiter – hoffentlich weiß sie das auch zu schätzen. Wir wünschen euch weiterhin eine angenehme und interessante Reise und alles, alles Gute, vor allem Gesundheit und viel Freude im Jahr 2012.
    LG Mapa

  4. Susa sagt:

    Hi Ihr,
    wünsche euch noch ein schönes und gesundes neues Jahr.

    Finde eure Berichte immer toll. Nur weiter so, dass ich noch viel lesen kann von euch.

    Viel Spaß noch.

    LG Susa

  5. Steffi & Ju sagt:

    Hey ihr Urlauber,

    zunaechst erstmal von uns ein gutes, wenn auch verspaetetes, neues Jahr!

    Bei uns gehts morgen leider wieder zurueck in die Heimat, unser Urlaub ist vorbei…wir verbrachten Weihnachten und Neujahr auch direkt am Strand. Und das Trocknen der Klamotten kennen wir auch 🙂 auf Koh Lanta hatten wir eine Bambushuette, und unsere Sachen war immer feucht, von vorne bis hinten, von links nach rechts..und das thailaendische Internet kennt kein ae oder ue oder so…ihr wisst was wir meinen.

    Unser Bericht vom 3-woechigen Thailandurlaub folgt noch ausfuehrlicher, da gibts jede Menge zu berichten.

    Wir druecken Euch in Gedanken ganz fest, und bis bald.

    Steffi und Ju

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